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8 Fragen zum Wandel in der Politik mit Simon Sumbert
18.05.2021
Version 1.0
Simon Sumbert und Michelle Gänswein
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8 Fragen zum Wandel in der Politik mit Simon Sumbert

Lieber Simon, erst kürzlich hast Du einen TEDx-Talk* gehalten, in dem Du über den Wandel in der Politik durch junge Menschen gesprochen hast. Und wir von Spielplan4 haben vor kurzem unsere nächste Kampagne zum Themenfeld „Wandel“ gestartet. Als Agentur beschäftigen wir uns regelmäßig mit dem Thema Wandel in der Arbeitswelt und in der Wirtschaft, meistens indem wir Gespräche und Diskussionen kuratieren und live auf die Bühne bringen. Nicht nur in unserem Team, sondern auch in der Community, zum Beispiel in Florians Podcasts „Expedition Arbeit“ und „Geiler Laden“, die sich genau damit beschäftigen.

Doch wir wollen auch regelmäßig in andere Branchen und Lebensbereiche schauen und wollen verstehen, wie sich Wandel dort vollzieht und wo er noch zu wünschen übriglässt.

Simon, gemeinsam mit Dir wollen wir heute einen Blick auf die Politik werfen. Du bist erst 23 Jahre alt, Freiburgs jüngster Stadtrat und Klimaaktivist. Du hast bei Junges Freiburg eine politische Heimat gefunden und findest das gut, dass ihr nicht abhängig von einer großen Mutterpartei seid.

Was bedeutet Wandel für Dich ganz persönlich? Oder anders ausgedrückt: Was ist das Erste woran Du denkst, wenn Du das Wort Wandel hörst?

Für mich bedeutet Wandel, dass Menschen zusammenkommen und bereit sind, das beste Argument darüber entscheiden zu lassen, ob und was sich an einem bestimmten Status Quo ändern soll.

Welchen Wandel würdest Du Dir in der Politik wünschen, also in dem Bereich, in dem Du dich selbst seit drei Jahren engagierst?

Für die Politik würde ich mir persönlich wünschen, dass Macht gerechter verteilt wird und alle Menschen die gleichen Chancen bekommen, ihre Argumente und Haltungen politisch zu vertreten. Konkret bedeutet das für mich: Mehr Jugendbeteiligung, Frauen*förderung und mehr Inklusion. Außerdem würde ich mir wünschen, dass Politik sich stärker von den Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie im Fernsehen oder auf SocialMedia emanzipiert und wir lernen zu akzeptieren, dass viele politische Themen zu komplex sind, für einen schnellen Post auf Instagram oder zehn Minuten Redezeit in einer Samstagabend-Talkshow. Dafür brauchen wir neue Formate, die gleichzeitig erklären und Teilhabe ermöglichen.

Das könnte alles besser laufen, das stimmt. Gibt es auch Aspekte, die in der Politik gut laufen, sinnvoll sind, die also (erstmal) so bleiben können?

Ich mag den europäischen Gedanken und habe auch das Gefühl, dass sich immer mehr Menschen für die Idee eines vereinigten Europas, indem wir unsere gemeinsamen Grundwerte mit Leben füllen, begeistern können. Das finde ich richtig gut.

Du wünschst Dir mehr Jugendbeteiligung, Frauenförderung und mehr Inklusion – aber Du sagtest in Deinem TEDx-Talk* auch: Fasst euch immer erstmal an die eigene Nase. Welches Umdenken muss bei uns jungen Menschen passieren?

Ich glaube, dass es nur eine Handvoll Politker*innen gibt, die bereit sind ihre Machtposition freiwillig aufzugeben, wenn das bessere Argument gegen sie spricht. Wenn meine Generation echte Veränderung erreichen will, müssen wir lernen uns in entscheidenden Momenten durchzusetzen.

Wann hältst Du ein Eintreten Deiner Vision für realistisch?

Ich mache das nicht an einen festen Zeitpunkt fest, beginnen kann es schon morgen.

Etwas im Leben Deiner Urgroßeltern, das heute normal, damals undenkbar war?

Die Ehe für alle in Deutschland.

Gibt es etwas, worüber Du Deine Meinung schon mal um 180 Grad geändert hast?

Mein Bild von persönlicher Stärke und vermeintlicher Männlichkeit ist heute ein komplett anderes als noch vor einigen Jahren.

Und was soll sich Deiner Meinung nach niemals ändern? 🙂

Alles darf sich zum Besseren ändern. Jederzeit.

 

 

*Simons TEDx-Talk wird bald auf YouTube erscheinen und dann hier verlinkt werden.

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