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Im Gespräch
mit Wolf Lotter
20.05.2020
Version 1
Florian Städtler
Gute Ideen fallen nicht vom Himmel. Sie sind auch nicht herbeizuduschen. Also haben wir die Ideenarbeit, die Konzeption institutionalisiert? Ein Widerspruch in sich selbst?
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Wald und Bäume sehen

In wenigen Fällen ging mir das bisher so: Ich habe mich so in ein Werk eines Kreativen vertieft, dass sich ein Gefühl der Vertrautheit einstellt. Man glaubt, die Person, die man nie getroffen oder gesprochen hat, zu kennen. Ich erinnere mich, dass ich vor über 10 Jahren einem US-Musik-Podcaster begegnete, dessen Werk (knapp 100 einstündige Podcast-Episoden) ich im Laufe eines Jahre komplett, manche Folgen sogar mehrmals, gehört hatte. Als er plötzlich vor mir stand, hatte ich das Gefühl, einen alten Freund vor mir zu haben. Wir haben uns dann (trotzdem?) prächtig verstanden.

Das “Gespräch” mit Wolf Lotter dauert erst knappe zwei Jahre. Bevor ich den passionierten Essayisten und Autor der Bücher “Zivilkapitalismus” und “Innovation” persönlich kennengelernt habe, war ich schon ein Fan seiner Texte, Bücher und eben dieser Essays in brand eins, in denen er sich den jeweiligen Themen-Schwerpunkt des Magazins vorknöpft. Er wird nicht müde, die aktuellen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen an seinen zentralen Thesen zum Übergang der Industriegesellschaft in die Wissensgesellschaft zu spiegeln.

Gespräche mit Autoren zu führen, ist immer wieder eine Herausforderung. Man könnte sagen, es ist schon deswegen schwierig, weil sie ja in ihrem jeweiligen Buchthema so derart tief drin sind, dass sie fast automatisch zur Rechthaberei und einer gewissen belehrenden Haltung neigen. Man kann Wolf Lotter nicht ganz davon ausnehmen. Aber es ist die Art eines angenehm-höflichen Lehrmeisters, eines optimistischen Skeptikers, der noch in der Lage ist, sich in die naturgemäß oberflächlichere Sichtweise des Otto-Normallesers hineinzuversetzen.

Für mich war das Gespräch zu seinem Buch “Innovation” im Jahr 2018 eine erste Begegnung mit dem Autor und Denker Lotter. Der Kontakt blieb bestehen und bei der am 23.05.20 stattfindenden Live-Streaming-Veranstaltung “Beyond what’s next?!” gibt es eine zweite öffentliche Begegnung. Zwar diesmal nur per Videoschalte, dafür aber mit einer exklusiven Vorschau auf das im September 2020 erscheinende Buch “Zusammenhänge”.

Kontext is King

Wolf Lotter würde das nie so von sich sagen, aber er ist selbst auch ein bisschen Fanboy. Zur Einführung in “Zusammenhänge” zitiert er den US-Management-Guru Peter Drucker. Dieser gab schon vor Jahrzehnten den Kurs für die Wissensgesellschaft und die Ökonomie vor als er schrieb: “Um Wissen produktiv zu machen, müssen wir lernen, sowohl den Wald als auch den einzelnen Baum zu sehen. Wir müssen lernen, Zusammenhänge herzustellen.”

Und rund um die “Kontextkompetenz” sollen sich also die nächsten Episoden unseres Gesprächs drehen. Erst einmal live, 20 Minuten im von Spielplan4 initiierten Live Streaming-Experiment “Beyond what’s next?! Dann vielleicht auch in einer noch ausführlicheren Betrachtung als Podcast.

Kontextwechsel – kennen Sie das?

Das Jahr 2020, in dem ich diese Zeilen schreibe, ist ein Jahr, das wie aus dem Zusammenhang gerissen wirkt. Wenn soviele Gewissheiten verloren gehen, wie wird man sich über den aktuellen Kontext klar? Haben Sie sich schon mal Gedanken dazu gemacht? Wie hat sich der Kontext, innerhalb dessen Sie denken, entscheiden und handeln, in den letzten Wochen und Monaten verändert?

Ich würde mich gerne mit anderen Unternehmern, Kommunikationsleuten und Veränderern dazu austauschen. Hier auf dem Blog, aber gerne auch im Direktkontakt. Melden Sie sich gerne.

// FSt

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